Corona Maskenpflicht

Bisher ist die Verwendung uneinheitlich geregelt.
Aber nach und nach wird es wohl zu einer allgemeinen Maskenpflicht kommen.

Polizei Sachsen ab 20.04.2020 mit Community-Masken 

Ob die positiven Ergebnisse aus dem Nachbarland Thüringen ausschlaggebend waren, ist nicht genau überliefert: Jedenfalls ist die Polizei im Freistaat Sachsen ab dem 20.04.2020 mit Community-Masken auf Streife. 26.000 Stück hat das sächsische Polizeiverwaltungsamt für die Ordnungshüter im Freistaat bestellt. "Mit den Lockerungen der Infektionsschutzmaßnahmen geht die Verpflichtung einher, vorsichtig miteinander umzugehen, um die weitere Übertragung des Virus möglichst zu verhindern. Das gilt nicht nur für alle Bürgerinnen und Bürger des Freistaates, sondern auch für die Bediensteten der sächsischen Polizei. Auch wenn sich das Bild in der Öffentlichkeit damit künftig verändern wird, wollen wir als Polizei mit gutem Beispiel voran gehen und unseren Beitrag zum Infektionsschutz leisten“, so Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar im Gespräch mit dem Medienservice Sachsen (1).

Pro Polizisten im aktiven Vollzugsdienst zwei Masken 

Jeder Polizeibeamte, der aktiv und operativ im Vollzugsdienst tätig ist, erhält zwei Community-Masken, die übrigen jeweils eine. Damit schützen sich die Polizisten nicht nur untereinander, sondern auch im Kontakt mit den Bürgern. Mit dieser Anordnung folgt die Landesregierung dem bundesweiten Trend und tut es damit immer mehr Kommunen und Städten gleich. Auch Sachsen plant eine Maskenpflicht für all seine Bürger – u. a. als Reaktion auf die kürzlich von Bund und Ländern geplanten Lockerungen. 

Das Modell Jena macht Schule 

Mit Gültigkeit zum 06.04.2020 hat die Stadtverwaltung Jena eine Maskenpflicht für alle Einwohner der 110.000-Einwohner Stadt in Thüringen verordnet. Das Resultat ist verblüffend: Seit vielen Tagen melden die dortigen Behörden keine einzige Neuinfektion mehr. Zwar bieten Community-Masken keinen vollständigen Schutz wie etwa medizinische Produkte. Dennoch verhelfen sie in Kombination mit den allgemeinen Hygieneregeln (Händewaschen, Abstand halten, Kontaktbeschränkungen etc.) zu einer Verlangsamung von Corona. Vermutlich stehen wir vor einer bundesweiten Maskenpflicht. Die Polizei Sachsen geht mit gutem Beispiel voran, wie Kretzschmar treffend zusammenfasst: „Die Bürgerinnen und Bürger können sich weiterhin und auch während der Corona-Krise auf ihre Polizei verlassen.“

Ab heute trägt man in Wolfsburg Community-Masken 

Eine weitere Stadt folgt dem Beispiel von Jena und führt ab heute die Maskenpflicht ein. Als Allgemeinverfügung der Stadtverwaltung ist diese Regelung zunächst bis zum 06.05.2020 gültig, kann aber jederzeit verlängert werden. Überall müssen die 125.000 Wolfsburger die Community-Masken aber nicht tragen. Ausdrücklich vorgeschrieben ist dies aber in

·         öffentlichen Gebäuden, 

·         dem ÖPNV,

·         Geschäften,

·         Arztpraxen sowie

·         Krankenhäusern (und weiteren medizinischen Einrichtungen). 

Die Verwaltung der fünftgrößten Stadt Niedersachsens möchte damit das Ansteckungsrisiko auch dann minimieren, wenn – ebenfalls ab heute – Geschäfte bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern öffnen dürfen. Diese Entscheidung unterstützt auch Oberbürgermeister Klaus Mohrs und sagt hierzu den Wolfsburger Nachrichten: „Ich verstehe gut, dass sich die Wolfsburgerinnen und Wolfsburger freuen, dass sie wieder mehr Bewegungsfreiraum bekommen und wieder in mehr Geschäften einkaufen können. Auch für die Wirtschaft ist das sehr wichtig.“

Corona-Ausbreitung muss weiter verlangsamt werden 

Verschiedene Nachrichtendienste melden heute, dass die Infektionszahlen wieder leicht angestiegen sind. Ein Trend, der sofort gestoppt werden muss – andernfalls riskieren wir wieder eine Steigerung der Ansteckungsrate auf über 1,0.  „Wenn wieder mehr Geschäfte geöffnet seien, reiche es nicht mehr aus, sich nur auf das Abstandhalten zu verlassen“, so Oberbürgermeister Mohrs. Jede Form der Community-Maske ist akzeptabel, sofern sie die hygienischen Standards erfüllt. 

Maskenpflicht während Corona-Lockdown, auch Niedersachsens Ministerpräsident will Maskenpflicht 

Geht es nach dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil, trägt man bald nicht nur in Wolfsburg, sondern in seinem gesamten Bundesland Community-Masken. Mehr noch, der SPD-Politiker macht sich für eine deutschlandweite Maskenpflicht stark, wie der 61-Jährige der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung in einem Interview mitteilte. "Ich bin überzeugt, dass Alltagsschutzmasken bald zu unserem öffentlichen Leben gehören und etwa im öffentlichen Personennahverkehr auch bald zur Pflicht werden können, sobald sie ausreichend verfügbar sind", so Stephan Weil. Je konsequenter die Infektionskurve abgeflacht wird, desto schneller kann wieder eine gewisse Normalität einkehren. Ab dem 27.04.2020 gilt übrigens eine allgemeine Maskenpflicht in Mecklenburg-Vorpommern. 

Referenzen
(1)    Medienservice des Freistaates Sachsen (Link)
Quellen:
·         Spiegel Online 

·         Norddeutscher Rundfunk

·         Wolfsburger Nachrichten 

·         NTV